Expertenstandard Chronische Schmerzen

Autor(en): Jutta Althoff

Pflegekunden, die dauerhaft an Schmerzen leiden, sind in ihrer Lebensqualität extrem beeinträchtigt. Bei ihnen verschwinden Schmerzen nicht, sondern bleiben für Wochen, Monate, Jahre oder sie kommen in regelmäßigen Abständen wieder. Für diese Pflegekunden wird der Schmerz an sich zu einem eigenen Problem. Ärzte sprechen von einem chronischen Schmerz. Für chronische Schmerzen ist das Schmerzgedächtnis der Betroffenen mitverantwortlich. Vereinfacht gesagt sensibilisiert sich der Körper dabei für den Schmerz, den er gelernt hat – und reagiert auch dann mit Schmerzen, wenn es eigentlich keinen Grund mehrdafür gibt. Diesen Schmerz nachzuvollziehen, ist weder für Pflegekräfte noch für Angehörige leicht. Oft hört man in dem Zusammenhang von Ärzten Begriffe wie „austherapiert“ oder „somatisiert“. Das besagt: Eigentlich glaubt dem Betroffenen niemand mehr. Damit ist ihm aber definitiv nicht geholfen. Schmerz sollte unbedingt zum 5. Vitalzeichen erklärt werden. Denn würde Schmerz routinemäßig mit der gleichen Priorität beurteilt wie Blutdruck, Puls, Atmung und Körpertemperatur, ließe sich ein erhebliches Maß an unnötigem Leiden, Stress und Angst vermeiden. (1) Ein sehr guter Ansatz! Bei jedem neuen Pflegekunden werden zu Beginn des Pflegeauftrages und danach in regelmäßigen Abständen verschiedene Vitalwerte kontrolliert (und das möglicherweise auch noch ohne irgendeine Konsequenz). In diese Routine sollte die Frage nach Schmerzen unbedingt miteinfließen.

Ausgabe 3, 2019 Artikel lesen

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