Körperkontakt bei Neu- und Frühgeborenen

Autor(en): Birgit Gwuzdz
Rubrik: Pädiatrie

Haut- und Körperkontakt mit den Eltern ist für Neu- und Frühgeborene sehr wichtig. Die psychische Entwicklung wird unterstützt, ebenso werden physiologische Vorgänge im Körper angeregt, z. B. die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin. Eltern verhalten sich nach einer termingerechten Entbindung sehr intuitiv zum Wohle des Kindes, sodass die Wichtigkeit des ungestörten Bondings im Kreißsaal bestätigt werden kann.

Frühgeborene und ihre Eltern haben im Gegensatz dazu keine Möglichkeit, da das Kind sofort intensivmedizinisch versorgt werden muss und die Familie getrennt wird. Das Frühgeborene kann aufgrund seiner Unreife Reize schlechter verarbeiten, empfindet Haut- und Körperkontakt als unangenehm und neigt zu Phasen von Übererregung oder „Totstellen“. Dieses Verhalten hemmt im Zusammenspiel mit den Ängsten und Unsicherheiten der Eltern den intuitiven Umgang mit dem eigenen Kind. Körperkontaktstörungen und Bindungsschwierigkeiten sind dann häufig die Folge und müssen mühsam aufgelöst werden.

Aufgabe der Pflegekräfte muss es sein, Stress auf allen Seiten zu reduzieren. Dies gelingt durch Aufklärung, Information, Anleitung der Eltern von Beginn an und durch aufmerksames, ruhiges Versorgen des Frühgeborenen. So kann die Entstehung von Körperkontaktstörungen vermieden werden. Dazu sind nur wenige Veränderungen mit großer Wirkung notwendig.

Ausgabe 4, 2018 Artikel lesen

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