Prävention nosokomialer Infektionen auf Intensiv

Autor(en): Hans Heisel

Nosokomiale Infektionen (NI), im Volksmund auch „Krankenhausinfektionen“ genannt, sind eine häufige Komplikation bei medizinischen Maßnahmen. Diese führen u. a. zu verlängerten Krankenhausaufenthalten, erhöhen Letalität und Morbidität und verlängern die Leiden der Betroffenen. Auf Intensivstationen wird die Prävalenz von NI in verschiedenen Untersuchungen auf 15–19 % hochgerechnet. Begünstigend sind neben schweren Grunderkrankungen, Immunschwäche, Alter usw. als Ursachen von NI insbesondere auf Intensivstationen vielfältige Störungen der natürlichen Abwehrbarrieren durch sog. Devices (Tubus, Dauerkatheter, Venenkatheter usw.). Diese Devices ermöglichen Krankheitserregern ein direktes und schnelles Eindringen in den Körper und können Blutstrominfektionen, Pneumonien, Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen usw. auslösen. Erschwerend kommt die Problematik der Resistenzentwicklung der krank machenden Bakterien besonders in Krankenhäusern hinzu, die oft die wirksame empirische Therapie erschwert. Die zunehmende Resistenzentwicklung wird durch ein häufig nicht adäquates Verschreibungsverhalten von Antibiotika gefördert.

Man unterscheidet endogene und exogene Übertragung von Erregern. Endogen verursacht (Anteil geschätzt ca. 2/3) bezieht sich auf die patienteneigene physiologische Bakterienflora (Haut- & Schleimhautflora), die nur schwer zu beherrschen bzw. nur teilweise zu reduzieren ist. Exogen (Anteil geschätzt ca. 1/3) bedeutet die Übertragung durch Personal (Hände!), Medizinprodukte oder Patientenumgebung und kann durch entsprechende Hygienemaßnahmen vermieden werden. Es existieren dazu viele gesetzliche Regelungen, Unfallverhütungsvorschriften und Leitlinien der Fachgesellschaften, jedoch nur deren konsequente Umsetzung und eine hohe Compliance mit den geforderten Maßnahmen (z. B. mit der Händehygiene) können NI vermeiden und die Patientensicherheit verbessern.

Ausgabe 3, 2016 Artikel lesen

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